Als Sweek Anfang Februar das Wort des Monats für den Mikrofiktions-Wettbewerb, machte sich bei mir zunächst Ernüchterung breit: Ausgerechnet „Date“. Gut, es war erwartbar in dem Monat, in dem der Valentinstag für zahlreiche romantische Gesten und hohe Umsätze bei der Blumen-, Schmuck- und Schokoladenindustrie sorgt, aber ich hatte dennoch auf etwas Unromantisches gehofft. Mein erster Impuls war, eine Runde auszusetzen, da ich keine Idee hatte, was ich dazu schreiben soll. Der zweite Gedanke war, ein Date mit einem Serienkiller zu beschreiben, aber die hatte wohl nicht nur ich. Nachdem ich unter den ersten Beiträgen eine gelungene Geschichte zu diesem Thema gelesen hatte, war auch das vom Tisch. Plan drei war ein Date unter Würmern bei einem Dinner am Grab, als ich das niederschreiben wollte, funktionierte es für mich aber doch nicht. Es sah also tatsächlich fast nach einer Runde Aussetzen aus – bis mir die Idee für meinen Beitrag plötzlich in den Kopf sprang. Warum meine negative Haltung gegenüber Beziehungen und meine persönlichen Erfahrungen damit nicht in einem Text verpacken, der sich zwar um ein Date dreht, dabei aber kein bisschen romantisch ist? So entstand „Beziehungswechsel„, gewissermaßen eine Art Autobiographie in Ultrakurzform. 

Mein erster Platz unter den Finalisten

Nachdem ich die Hürde der ersten Abneigung gegen das Wort des Monats übersprungen und meine Geschichte online gestellt hatte, freute ich mich sehr über die positive Resonanz, hätte aber nie damit gerechnet, am letzten Februartag meinen Namen auf der Liste der Finalisten zu sehen. Genau das ist aber passiert und es macht mich unglaublich stolz, vor allem, weil es mich wirklich überrascht hat. Ist das Leben nicht manchmal seltsam? Ausgerechnet in einer Runde, an der ich erst gar nicht teilnehmen wollte, weil mich die Aufgabe zunächst nicht reizte, gelang es mir, mit meinem Text die Jury zu überzeugen. Das bestätigt mich darin, dass ich auf einem guten Weg bin, wenn ich aus eigenen Erfahrungen schöpfe. Die Protagonistin und ich, wir sind eins, ihre Entwicklung ist die meine. Darauf, dass ich den Schlusssatz heute aufrichtig sagen und schreiben kann, und das nicht nur in einer Geschichte, bin ich ebenfalls stolz, sogar noch mehr als auf meinen ersten Erfolg in einem Wettbewerb. Trotzdem bedeutet er mir sehr viel, denn er zeigt mir, dass ich mit meinen Texten andere erreichen kann. Genau darum geht es mir. Es ist der Grund dafür, dass ich nicht nur für mich und die Schublade, sondern auch für die Öffentlichkeit schreibe.

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