Es gibt Tage, an denen hadere ich mit mir, mit dem Leben, mit allem. Nicht, weil irgendetwas falsch wäre, sondern weil die Schatten in mir zu stark sind oder mein inneres Leuchten zu schwach.
Manchmal suche ich dann nach Inspiration, nach etwas, das meine Stimmung aus dem Keller holt und etwas mehr Licht in mein Leben bringt.

Dabei stoße ich auf dich. Du lächelst mir aus dem Internet entgegen und erzählst von deinem Weg zum Glück. Du schreibst von Transformation, von Energien, von Wachstum auf allen Ebenen.

Die intendierte Botschaft erreicht mich nicht. Deine Aussagen sollen positiv wirken, motivieren, aber auf mich wirkt diese Sprache so kalt, so entmenschlicht. Ich suche darin nach Wärme, nach Gefühl, vor allem aber nach dir, denn du bist nicht greifbar, wenn du dich hinter großen Begriffen versteckst, die für mich nur wie leere Worthülsen klingen.

Dann sehe ich dich an und frage mich, was du siehst, wenn du dein Bild betrachtest. Fällt dir auf, wie müde deine Augen wirken und dass dein Lächeln nur auf deinen Lippen liegt?
Ich hoffe für dich, dass mein Blick mich trügt und du tatsächlich so glücklich bist, wie du vorgibst zu sein. Vielleicht fängt die Kamera nur nicht ein, wie sehr du wirklich strahlst.
Sollte ich jedoch richtig sehen, so wünsche ich dir einen Moment, in dem die großen Worte in den Hintergrund treten, damit du dich selbst erkennst, so wie du wirklich bist. Und ich hoffe für dich, dass du dich dann anlächeln kannst, nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit den Augen, dem Herzen und allem, was du bist.

Selbst konnte ich das lange nicht, ich musste es erst lernen. Inzwischen gelingt es mir recht gut, nicht in jedem Moment, an jedem Tag, nicht einmal in jeder Woche oder jedem Monat, aber immer häufiger. Dazu braucht es keine Transformation und kein Wachstum, sondern nur die Bereitschaft, mit sich selbst Freundschaft zu schließen und daran festzuhalten.