In dunklem Blau fließen meine Gedanken aufs Papier.
Die inneren Dämonen werden erträglicher, wenn ich sie in Worte banne. Sie verschwinden nicht, aber sie verlieren an Macht. Die Kraft, die mir das Schreiben gibt, sauge ich von der ihren ab.
Sie hassen es, deshalb flüstern sie mir ein, dass ich nichts als wertlose Buchstaben produziere. Aber ich höre nicht auf sie, nicht mehr.
Es gab eine Zeit, da hätte ich ihnen geglaubt, doch sie ist längst vorüber.
Die Schatten begleiten mich, doch bin ich nicht mehr ihr wehrloses Opfer. Ich bin ihre Gegnerin. Nicht immer stark, aber niemals bereit, aufzugeben und ihnen das Feld zu überlassen. Ich bekämpfe sie mit dem Füllfederhalter in der Hand, meiner mächtigsten Waffe.

So wie mein Körper das Blut braucht, das durch meine Adern fließt, so braucht meine Seele die Tinte, um zu überleben.

(Dieser Text wurde für den monatlichen Mikrofiktions-Wettbewerb bei Sweek geschrieben. Vorgegebenes Wort: Blau)