Manche Geschichten lese ich, fühle mich gut unterhalten, nehme aber nichts daraus mit. Kaum ist die letzte Seite beendet, geraten sie schon in Vergessenheit. Deshalb sind sie nicht schlecht, sie haben mir nur nichts zu sagen, das mich auch unter der Oberfläche zu bewegen vermag. Viel interessanter finde ich jedoch Bücher, die innehalten und über das Gelesene nachdenken lassen, die mich sowohl emotional als auch intellektuell berühren und mir etwas über die Welt, das Leben, die Gesellschaft oder die Eigenarten der menschlichen Spezies erzählen.

Um diese Bücher soll es hier gehen, allerdings nicht in Form von Rezensionen. Mir kommt es nicht auf die Bewertung des Schreibstils, der Handlung, der Charaktere oder dergleichen an. Das überlasse ich den wundervollen Buchbloggern und Literaturkritikern, denen so etwas mehr liegt als mir. Stattdessen schildere ich jene Gedanken und Gefühle, die sich nicht direkt auf den Text beziehen, sondern über diesen hinausweisen und eine Brücke zwischen dem Gelesenen und der Welt außerhalb des Buches schlagen. Was löst der Inhalt in mir aus? Welche neue Perspektive eröffnet die Geschichte mir? Worüber habe ich vorher vielleicht noch nie nachgedacht? Was erfahre ich über mich, über andere, über das Leben?

Solche Fragen machen für mich die eigentliche Faszination der Bücher aus. Manchmal genügt es mir, gut unterhalten zu werden und die Realität für eine Weile hinter mir zu lassen. Meistens lese ich jedoch nicht, um dieser Welt zu entfliehen, sondern um sie auf immer wieder neue Weise und aus anderen Blickwinkeln zu entdecken. Genau dieser Aspekt des Lesens ist es, über den ich in meinem Blog schreiben möchte.