Er folgte ihr, doch sie bemerkte ihn nicht. Sorglos spazierte sie durch den Wald und blieb gelegentlich stehen, um die Blätter zu beobachten, wie sie im Wind tanzten. Auf ihn wirkte es, als wollten sie ihre letzte Kraft in einen schönen Abgang legen, ehe sie verfaulten und verrotteten, bis nichts mehr von ihnen übrig blieb. Auch von ihr würde bald nichts mehr bleiben.

Nein, das stimmte nicht. Sie war die personifizierte Lebensfreude und würde Spuren in den Herzen vieler Menschen hinterlassen – und eine schmerzliche Lücke. Nie wieder würde sie in einen Haufen Blätter springen, sie mit den Füßen aufwirbeln und sich lachend im Kreis drehen. Wenn sie erst so kalt war wie er, würde sie sie sich von ihm abwenden, weil er ihr alles genommen hatte. Seine Liebe würde sie niemals erwidern. Wie könnte sie?

In seinem Schädel hallten die tausendfachen Warnungen wider, während er nach der Uhr griff und mit seinen knochigen Fingern das Rädchen auf der Rückseite umfasste. Die Zeiger waren träge geworden, schleppten sich nur noch mühsam über das Ziffernblatt. Entschlossen drehte er bis zum Anschlag.

Wie viel Zeit hatte er ihr geschenkt und wem hatte er sie genommen? Welches Unheil hatte er über die Welt gebracht, indem er die ihm gesetzten Grenzen überschritt?

Er würde es erleben, mit allen Konsequenzen. Ein sterbliches Dasein war der Preis, den er für das Spiel mit der Zeit zahlen musste. Lieber überließ er seinen Thron einem neuen Tod, als ihren leblosen Schatten in seinem Reich zu sehen.